Dank ihrer makellosen Stimmkontrolle hat sich die belgische Sopranistin Karen Vermeiren zu einer der interessantesten Sängerinnen ihrer Generation entwickelt. Ihre Technik bildet ein solides Fundament, das es ihr ermöglicht, dramatische Rollen mühelos und nach und nach zu übernehmen.
Im Juni 2019 wurde sie für den renommierten Meistersinger-Preis in Wien nominiert, eine Auszeichnung für die weltweit besten Interpreten von Mahler, Verdi und Wagner. Im Anschluss an diese Nominierung wurde sie vom Antwerpener Liedfestival eingeladen, gemeinsam mit dem Pianisten Aäron Wajnberg Mahlers Rückert-Lieder und Wagners Wesendonck-Lieder aufzuführen.
Seitdem hat die Künstlerin mit renommierten Dirigenten wie Romeo Castellucci, Robert Carsen, Tobias Kratzer und Noa Naamat zusammengearbeitet und unter der Leitung führender Dirigenten wie Alain Altinoglu, Patrik Ringborg, Giedrė Šlekytė und Alejo Pérez gesungen. Ihre Technik, Zuverlässigkeit und Musikalität werden allseits geschätzt.
Ein durchdachtes, stimmiges Repertoire
Die Künstlerin hat bedeutende Opernrollen auf der Bühne verkörpert, zuletzt die Amelia in Verdis "Un ballo in maschera". Zu ihrem Repertoire gehören auch die Titelrollen von "Tosca", "Aida" und "Turandot". Ihr natürliches Talent für lyrische und jugendlich-dramatische Rollen hinderte Karen nicht daran, sich auch im Opernwerk Mozarts zu profilieren. So sang sie beispielsweise die ikonischen Rollen der Donna Anna und Donna Elvira (Don Giovanni), der Vitellia (La clemenza di Tito) und der Ersten Dame (Die Zauberflöte). Die internationale Fachpresse war stets begeistert und lobte ihre vielfältigen Rollendebüts.
Eroberung der Oper und anderer Bühnen
In der Rolle der Fremden Prinzessin (Rusalka) gab Karen ihr Debüt beim Opern Ballett Vlaanderen. Zwei Jahre später trat sie am Royal Opera House La Monnaie/De Munt auf, wo sie in der vielbeachteten Neuinszenierung von Puccinis „Il trittico“ die Rollen der Prima sorella cercatrice (Suor Angelica) und der Nella (Gianni Schicchi) sang. Diese Leistung brachte ihr 2023 ein Engagement in denselben Rollen beim Alden-Biesen Sommer-Opernfestival ein. Seitdem war sie bei allen erneut zu sehen: an der Monnaie als Gerhilde (Die Walküre), als Rychtarka (Jenůfa) beim Opernballett Vlaanderen und als Amelia (Un ballo in maschera) bei der Zomeropera Alden-Biesen, wo sie auch die Rolle der Lisa in einer konzertanten Aufführung von „Das Land des Lächelns“ sang.
Im Konzert sang Karen kürzlich unter der musikalischen Leitung von Anthony Vigneron das Sopran-Solo in Clémence de Grandvals „Stabat Mater“. Zu ihrem Repertoire gehören unter anderem Verdis Requiem und Brahms’ Deutsches Requiem. Sie verfügt über ein vielseitiges Konzertrepertoire, das sie unter anderem mit dem Nationalen Symphonieorchester Izmir (Türkei) und dem Orchester der Nationaloper Lemberg (Ukraine) aufführte.
Die ideale Stimme für die großen Liederzyklen
Da sie sich als große Interpretin der Liederzyklen von Mahler, Wagner, Strauss, Berlioz und anderen gibt Karen regelmäßig Liederabende in Belgien und im Ausland. So sang sie beispielsweise im Teatro Nacional de São Carlos in Lissabon, im Königin-Elisabeth-Saal in Antwerpen und im Mozartsaal in Saragossa. Dort gab sie auf Einladung von Montserrat Caballé ein Konzert, das von der Fachzeitschrift Opera Actual hochgelobt wurde. Erwähnenswert ist auch Karens Mitwirkung an der Uraufführung der musikalischen Installation „Frauenliebe und -Leben“ unter der Regie der deutschen Regisseurin Lulu Obermayer im Rahmen des CARTA Festivals im Kunstzentrum DE SINGEL.
Auch bei KLARA (dem flämischen Klassiksender) blieb Karen nicht unbemerkt; sie wurde eingeladen, beim "Iedereen Klassiek" (Jeder klassisch) in Brügge aufzutreten und zu einem Programm über Maria Callas beizutragen. Ihre Mitwirkung an der „Ode an Maria Callas“ erregte dank des Maria Callas Magazins auch internationales Aufsehen.
Ausbildung
Karen studierte an den Königlichen Konservatorien von Mons, Brüssel, Lüttich und Antwerpen, wo sie ihren Master mit Auszeichnung abschloss. Anschließend setzte sie ihr Studium am renommierten Mozarteum in Salzburg fort und besuchte Meisterkurse bei Montserrat Caballé, Tom Krause und Giuseppe Morino (Belcanto, Schule von Rodolfo Celletti). Sie gewann den ersten Preis beim Léopold-Bellan-Wettbewerb in Paris und war Finalistin beim Concorso Lirico di Bevagna und beim Internationalen Andrea-Chénier-Wettbewerb in Italien. Darüber hinaus erhielt sie ein Ehrendiplom des Tornamento Internazionale di Musica.
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