"Mit klangschönem, ins Herz treffenden Sopran und darstellerisch wandelbar ..." schrieb die Zeitschrift Opernglas im September 2010 über Julia Sukmanovas Rollendebüt als Agathe im “Freischütz” bei den Eutiner Festspielen.
Vita und Ausbildung
Die in Russland geborene und in Hamburg lebende Sopranistin Julia Sukmanova erhielt auf die fürsorgliche Initiative ihrer Eltern hin eine umfassende Ausbildung im Internat für begabte Kinder des Konservatoriums in St. Petersburg. Dort lernte sie Komposition und Klavier. Nach ihrem Abitur studierte sie von 1993 bis 1998 am N.A. Rimski-Korsakow-Konservatorium in Sankt Petersburg und erwarb das Diplom als Konzertpianistin (Klasse von Prof. Leonid Sintsev), als Kammerorchestermusikerin (Klasse von Prof. Elena Schafran) und als Konzertmeisterin (Klasse von Prof. Sofia Wakman).
Ihr Gesangsstudium, das sie zunächst mit Privatunterricht in St. Petersburg bei dem russischen dramatischen Tenor Donat Donatov (Schüler von Aureliano Pertile) begann, setzte sie später in Freiburg u.a. bei Prof. Markus Goritzki fort - und schloss es mit Auszeichnung ab.
In Meisterkursen und Privatunterricht arbeitete Julia Sukmanova u.a mit Dietrich Fischer-Dieskau, Montserrat Caballé, Brigitte Fassbaender, Kurt Moll, Inga Nielsen, Anna-Tomowa Sintow, Dame Gwyneth Jones und Prof. Michael Schlüter-Padberg.
Auszeichnungen
Als Konzertpianistin und Komponistin erhielt Julia Sukmanova diverse Preise in Russland und im Ausland, aber auch als Sängerin wurde sie mit ersten Preisen ausgezeichnet: so vom Rotary Club in Stuttgart und von der Richard Strauss Gesellschaft in München (in Verbindung mit einem Konzertauftritt, begleitet von Wolfgang Sawallisch). Beim ARD Wettbewerb errang sie den dritten Preis im Jahre 2003.
Oper
Ihr Operndebüt gab die Sopranistin 2003 mit Mozarts Donna Anna an der Hamburgischen Staatsoper, wo sie von 2003 bis 2005 Mitglied im Internationalen Opernstudio war. Es folgten die Partien der Alcina von Händel, die der Pamina, Marzelline (Fidelio) und der Isabella in R. Keisers DER LÄCHERLICHE PRINZ JODELET. Neben der Rolle der Anna in NABUCCO, dem ersten Blumenmädchen in PARSIFAL, des Hüters der Schwelle in DIE FRAU OHNE SCHATTEN, hat Julia Sukmanova außerdem die Partie der Ninetta in Prokofjews LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN und Voce dal cielo in DON CARLOS gesungen. In der deutschen Uraufführung der Oper ANGELS IN AMERICA von Peter Eötvös sang sie erfolgreich die Rolle des Engels.
Seit 2005 ist Julia Sukmanova als freischaffende Opern- und Konzertsängerin an vielen europäischen Bühnen tätig. Mit den Opernrollen wie - Erste Dame, Pamina - DIE ZAUBERFLÖTE, Violetta - TRAVIATA, Mimi - LA BOHÈME, Norma - NORMA, Tatjana – EUGEN ONEGIN, Celia -LUCIO SILLA, Barena - JENUFA gastierte sie u.a. an den Opernhäusern von Bonn und Erfurt, am Staatstheater Schwerin, am Landestheater Innsbruck, an der Staatsoper Hamburg sowie an der Stuttgarter Staatsoper.
Konzert / Orchester
Mit der 9. Symphonie von Beethoven ist Julia Sukmanova bereits mehrfach an der PHILHARMONIE GASTEIG mit den Münchner Symphonikern unter der Leitung von Georg Schmöhe aufgetreten. Diese Partie sang sie ferner an der NATIONAL - PHILHARMONIE in Kiew, am CONCERTGEBOUW in Amsterdam, an der MEISTERSINGERHALLE in Nürnberg, in Kempten/Bayern und in der PHILHARMONIE KUFSTEIN.
In Freiburg und in Alba (Italien) sang Julia Sukmanova Mozarts Requiem und die Krönungsmesse zusammen mit dem Zürcher Kammerorchester, unter der Leitung von Howard Griffiths die 14. Symphonie von D. Schostakovitsch in der TONHALLE Zürich und im Berner Casino. Mit dem Staatsorchester Stuttgart war sie im Requiem von Verdi an der STUTTGARTER LIEDERHALLE und mit dem Kärntner Symphonieorchester im KONZERTHAUS in Klagenfurt zu hören. Mit den Hamburger Symphonikern trat sie im Konzert "Romantik pur" im Hamburger Rathaus, sowie in der musikalisch - literarischen Gala zu Thomas Manns "Zauberberg" bei den Eutiner Festspielen 2010 - dirigiert von Ulrich Windfuhr - auf. Mit dem NDR Orchester sang sie unter der Leitung von Stefan Blunier Gounods “Cäcilienmesse” und Auszüge aus “Schneeflöckchen” von Rimsky – Korsakov im GROSSEN SENDESAAL in Hannover .
Mit dem Stuttgarter Liederkranz brillierte die Sopranistin in der Rolle der Giovanna in der konzertanten Aufführung von Verdis "Giovanna d´Arco" im BEETHOVENSAAL der STUTTGARTER LIEDERHALLE.
Im Jahre 2007 wirkte Julia Sukmanova mit dem SWR Orchester und dem Chor der Bachakademie unter der Leitung von Hellmuth Rilling bei der Erstaufführung von „ Passion und Auferstehung Jesu Christi nach Johannes“ von Sofia Gubaidulina mit.
Festspiele
Julia Sukmanova hat an vielen Festspielen teilgenommen, als Beispiele seien genannt: RICHARD STRAUSS FESTIVAL in Garmisch-Partenkirchen, HUGO WOLF TAGE in St. Pauli in Österreich, bei "LES FLÂNERIES MUSICALES" in Reims und beim ALBA MUSIC FESTIVAL. Beim JENNERSDORFER KULTURHERBST / JOPERA in Österreich sang sie die Donna Anna; im Jahre 2006 beim HOLLAND MUSIC FESTIVAL in Amsterdam wirkte sie in der Rolle des Engels in der holländischen Uraufführung der Oper "Angels in America" von Peter Eötvös unter seinem Dirigat erfolgreich mit. Bei den ZÜRCHER FESTSPIELE und bei den MECKLENBURGISCHEN SCHLOSSFESTSPIELE 2006 sang sie die Violetta in Verdis “La Traviata”. Bei den Eutiner Festspiele 2010 gab Julia Sukmanova ihr erfolgreiches Debüt als Agathe im " Freischütz" , inszeniert von Kay Kuntze.
Aufnahmen / Radio Produktionen
Die Aufführungen von „ Passion und Auferstehung Jesu Christi nach Johannes“ von Sofia Gubaidulina in der Stuttgarter Liederhalle und der Frauenkirchen Dresden wurden mitgeschnitten und als CD bei HÄSSLER CLASSICS veröffentlicht.
In den letzten Jahren entstanden auch diverse Radio-Aufnahmen, Einspielungen von Oper und Lied beim NDR, dem SWR, ORF, DRS, DRS 2, Hr2 Kultur, Bayrischer Rundfunk und der Radio Kammer-Philharmonie in Holland. Auch wurde sie als Sängerin und eloquente Kennerin alter und neuer Konzerttraditionen befragt und gab Interviews für das Programm Kultur - Prisma: „Pauline Viardot zum 100 Todestag" (2010) bei NDR Kultur und für die hr2 Wissenswert- Sendereihe: "Singen - Alltagskultur und Leidenschaft - “Ach ich fühls!“ - " Die Stimme als Singinstrument und Spiegel des Selbst” von Dr. Birgit Kiupel und Volker Bernius .
Dirigenten
Stefan Blunier, Peter Eötvös, Matthies Foremny, Howard Griffiths, Ion Marin, Alessandro de Marchi, Alexandar Markovic, Ingo Metzmacher, Cornelius Meister, Hellmuth Rilling, Wolfgang Sawallisch, Peter Schneider, Georg Schmöhe, Simone Young und Ulrich Windfuhr.
Regie
Brigitte Fassbaender, Caroline Gruber, Peter Konwitschny, Kay Kuntze, Christoph Loy, Hans Neuenfels, Uwe Eric Laufenberg, Benedikt von Peter und Robert Wilson.
Lied
Auch die Kunst des Liedes liegt Julia Sukmanova besonders am Herzen. Sie singt regelmäßig Liederabende in Deutschland, Russland und in Spanien. Zuletzt hat sie an der LAEISZHALLE einen Liederabend gegeben, sowie am MONSUN THEATER im Rahmen des musikalisch - literarischen Salons: "Pauline Viardot, die verführerische Primadonna und ihre Zeit" zusammen mit der Historikerin und Zeichnerin Dr. Birgit Kiupel und ihrer Schwester Elena Sukmanova am Flügel. Hier gab es lebendige Einblicke in russische Romanzen und einen europaweiten Kulturaustausch.
Persönliches Anliegen
Mit besonderer Leidenschaft widmet sich die Künstlerin der musikalischen Erziehung von Kindern. Im Jahre 2010 hat Julia Sukmanova zusammen mit Hamburger Musikern eine Konzertreihe "Klassik für Kinder!" initiiert. Sie freut sich daran, auf hohem musikalischen Niveau Kindern klassische Musik in einer gut verständlichen Form durch Konversation nahe zu bringen. Sie sieht es als Herausforderung, die emotionale Entwicklung der Kinder auf diese Weise zu unterstützen. Nach ihrer Meinung ist diese Erziehung maßgeblich für den künftigen Werdegang der heranwachsenden Generation; Erfahrungen und Erfolge auf dem musischen Gebiet beeinflussen ihrer Meinung nach entscheidend den kultivierten Menschen und damit sein kulturelles Umfeld.
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